Installation & Einrichtung für Gemeinschaftliche Erzeugungsanlagen (GEA) & Erneuerbare-Energie-Gemeinschaften (EEG)
Vollständige Anleitung in einem Artikel: gemeinsame Hardware-Grundlagen, danach getrennt die Einrichtung für eine EEG (Punkt 6, MQTT) und für eine GEA (Punkt 7, lokal über Wi‑Fi/RTU).
- Ziel und Grundprinzip der Installation
- Teilnehmer mit Erzeugungsanlage oder Batteriespeicher
- Teilnehmer mit reinem Energieverbrauch
- App- und Cloud-Zugang
- Übersicht Systemaufbau
- Einrichtung der EEG (P1-Ultra-Anbindung über MQTT)
- Einrichtung der GEA (P1-Ultra-Anbindung lokal über Wi‑Fi/RTU)
- Zusammenfassung
- Häufige Probleme
- Weiterführende Artikel
1 Ziel und Grundprinzip der Installation
Damit eine gemeinschaftliche Erzeugungsanlage (GEA) oder eine Erneuerbare-Energie-Gemeinschaft (EEG) in Echtzeit gesteuert werden kann, müssen alle relevanten Erzeuger und Verbraucher mit den passenden Reduxi-Komponenten ausgestattet werden.
Benötigte Werkzeuge & Materialien Vor Beginn bereithalten:
- P1-Ultra-Gerät(e) — eines pro Zählpunkt
- Reduxi Controller (für Erzeuger-Teilnehmer)
- Schraubendreher für die Montage im Zählerschrank
- Steckdose in der Nähe des Zählerschranks (für die AC-Stromversorgung des P1 Ultra)
- Je nach Verbindungsart: LAN/RS485-Kabel oder die lokalen Wi‑Fi-Zugangsdaten
- Laptop oder Tablet mit Internetzugang (für den Zugriff auf den Reduxi Configurator)
- Zugang zum Reduxi Configurator bzw. zur Reduxi Cloud
Es gibt keine Begrenzung für die Anzahl teilnehmender Erzeuger oder Verbraucher. Entscheidend ist nur, dass die erforderlichen Messwerte an den jeweiligen Zählpunkten erfasst und an das Reduxi-System übermittelt werden können.
EEG und GEA: gleiche Hardware, unterschiedliche Anbindung Die Punkte 2–5 gelten unverändert für beide Konstellationen. Wie die P1-Ultra-Geräte anschließend jedoch miteinander und mit dem Controller kommunizieren, unterscheidet sich grundlegend. Mit den Grundlagen bereits vertraut? Weiter zu:
2 Teilnehmer mit Erzeugungsanlage oder Batteriespeicher
Für Teilnehmer mit steuerbarer Erzeugung oder Speicherung wird ein Reduxi Controller installiert. Dazu zählen unter anderem:
- Photovoltaik(PV)-Anlagen
- Batteriespeicher
- Sonstige steuerbare Energieerzeuger
- Kombinationen aus PV-Anlage und Batteriespeicher
Der Controller wird dort installiert, wo die jeweilige Erzeugungsanlage bzw. Speicheranlage technisch angebunden und gesteuert werden kann. Er übernimmt die Kommunikation mit den vorhandenen Geräten und ermöglicht die Steuerung der erzeugten oder gespeicherten Energie.
Mehrere Erzeuger innerhalb derselben GEA/EEG
Existieren mehrere Erzeuger innerhalb einer Gemeinschaft, erhält jeder Erzeuger seinen eigenen Reduxi Controller. Beispiel:
| Teilnehmer | Anlage | Benötigte Controller |
|---|---|---|
| Erzeuger 1 | PV-Anlage | 1× Reduxi Controller |
| Erzeuger 2 | PV-Anlage + Batteriespeicher | 1× Reduxi Controller |
| Weitere Erzeuger | gleiches Prinzip | je 1× Reduxi Controller |
Eine ausführliche Schritt-für-Schritt-Installationsanleitung findet sich im verlinkten Artikel:
3 Teilnehmer mit reinem Energieverbrauch
Für Haushalte oder Teilnehmer ohne eigene steuerbare Erzeugungsanlage ist in der Regel kein Reduxi Controller erforderlich. Ein P1 Ultra genügt, um den aktuellen Verbrauch zu erfassen.
Anschluss an den Smart Meter / Stromzähler
Jeder reine Verbraucher muss seinen aktuellen Energiebezug am jeweiligen Smart Meter bzw. Stromzähler erfassen können. Dafür wird der P1 Ultra direkt am Zähler angeschlossen. Je nach Zählermodell erfolgt der Anschluss über:
- P1-Schnittstelle — direkte digitale Schnittstelle am Zähler
- Infrarot-Schnittstelle (IR) — optisches Auslesen, wenn keine P1-Schnittstelle vorhanden ist
Der P1 Ultra liest die aktuellen Messwerte des Zählers aus und stellt sie dem Reduxi-System bzw. der Reduxi Cloud für die Echtzeitberechnung und -steuerung zur Verfügung.
Eine Übersicht aller unterstützten Zählermodelle findet sich im verlinkten Artikel:
📖 Kompatible Zähler & Smart Meter
Stromversorgung für den P1 Ultra
Je nach Installationssituation stehen folgende Optionen zur Verfügung:
- AC-Netzteil an einer Steckdose — die gängigste Option; eine Steckdose in der Nähe des Zählerschranks sollte eingeplant werden.
- Über RS485 — bei lokaler Anbindung kann der P1 Ultra direkt über die RS485-Verbindung mit Strom versorgt werden.
- Über einen USB-C-Adapter auf 2 Pins (+/-) — zum Anschluss an eine vorhandene Gleichstromquelle.
Vor der Installation prüfen:
- Welcher Stromzähler ist installiert?
- Ist der Zähler mit Reduxi kompatibel? (falls nicht: kostenlose Integration in das Reduxi-System nach Prüfung — ein Zählertausch ist in Einzelfällen notwendig)
- Wird eine P1-Schnittstelle oder eine Infrarot-Schnittstelle verwendet?
- Welche der drei Stromversorgungsoptionen ist vor Ort am praktikabelsten?
Eine ausführliche Anleitung zu Anschluss findet sich im verlinkten Artikel:
4 App- und Cloud-Zugang
Alle Reduxi-Nutzer können die Reduxi-App auf ihrem Smartphone herunterladen, ein Konto anlegen und darüber ihren eigenen Verbrauch oder ihre eigene Erzeugung einsehen. In der App — ebenso wie am Desktop — wird optisch zwischen Strom aus der EEG bzw. der gemeinschaftlichen Erzeugungsanlage und direkt aus dem öffentlichen Netz bezogenem Strom unterschieden.
| Zugriffsebene | Wer | Sichtbare Daten |
|---|---|---|
| Aggregator-Zugang | Befugte Stellen / Verwalter der EEG | Alle Teilnehmer der EEG — Verbrauch und Erzeugung in Summe sowie je einzelnem Teilnehmer |
| Teilnehmer-Zugang | Einzelne Teilnehmer (Haushalte, Erzeuger) | Nur die eigenen Komponenten sowie relevante Zusatzinfos wie Netzbezug und EEG-Bezug |
Befugte Stellen einer EEG erhalten somit Aggregator-Zugang zur Reduxi Cloud mit Sicht auf alle Teilnehmer, während einzelne Teilnehmer nur ihre eigenen Komponenten und die für sie relevanten Zusatzinformationen sehen.
5 Übersicht Systemaufbau
| Rolle | Benötigte Hardware | Hinweis |
|---|---|---|
| Erzeuger (PV, Speicher, PV + Speicher, sonstige steuerbare Erzeuger) | 1× Reduxi Controller pro Anlage | Hutschiene im Zählerschrank oder Standalone |
| Mehrere Erzeuger innerhalb derselben Gemeinschaft | 1× Reduxi Controller pro Erzeuger | skaliert nach Bedarf |
| Reiner Verbraucher (ohne eigene Erzeugung) | 1× P1 Ultra Plus (oder Pro ohne Wi‑Fi) | kein Controller nötig |
| Jeder relevante Zählpunkt | 1× P1 Ultra Plus/Pro am Smart Meter | Basis der Echtzeit-Datenerfassung |
Die aktuellen Messwerte aller Teilnehmer bilden gemeinsam die Grundlage für die Echtzeitsteuerung der gemeinschaftlich erzeugten Energie. Von hier aus unterscheidet sich die weitere Einrichtung je nach Konstellation — siehe Punkt 6 (EEG) oder Punkt 7 (GEA).
6 Einrichtung der EEG (P1-Ultra-Anbindung über MQTT)
Architektur
In einer Erneuerbare-Energie-Gemeinschaft (EEG) verteilen sich die Teilnehmer häufig auf mehrere Zählpunkte oder Standorte. Damit alle Messwerte zentral zusammengeführt werden können, kommuniziert jeder P1 Ultra über MQTT sowohl mit der Reduxi Cloud als auch mit dem Hauptcontroller der Gemeinschaft. Der Hauptcontroller übernimmt die Echtzeitsteuerung über alle Teilnehmer hinweg, während die Cloud für Datenspeicherung, Zuordnung und App-/Web-Zugriff sorgt.
Voraussetzungen
- Internetzugang an jedem Zählpunkt (Wi‑Fi oder SIM-Verbindung über P1 Ultra Pro)
- Der Reduxi Controller ist bereits als Hauptcontroller der Gemeinschaft eingerichtet
- P1-Ultra-Geräte sind bereits am jeweiligen Smart Meter angeschlossen (siehe Punkt 3)
- Zugang zu den MQTT-Zugangsdaten dieser EEG aus der Reduxi Cloud — Benutzername und Passwort können beim Reduxi Support angefordert werden; idealerweise bereits vor Installationsbeginn
MQTT-Zugangsdaten & Hauptcontroller vorbereiten
Die Zugangsdaten für die MQTT-Verbindung werden direkt am Hauptcontroller über dessen Weboberfläche (Reduxi Configurator) eingegeben. Im linken Menü folgt man diesem Pfad:
Einstellungen öffnen.System auswählen.Connector fortfahren.MQTT v3 öffnen — hier werden die Zugangsdaten eingegeben.Unter MQTT v3-Verbindung folgende Felder ausfüllen:
-
Host & Port — Adresse des Reduxi-MQTT-Brokers (
mqtt.reduxi.energy, Port8883) - Benutzername & Passwort — die von Reduxi für diese EEG bereitgestellten Zugangsdaten
-
SSL verwenden & Serverzertifikat prüfen — beide auf
Jasetzen - Ausleseintervall — für EEGs wird 1 Sekunde empfohlen (Standardwert im Feld: 60 Sekunden)
Server-CA-Kette, PEM-Format). Die Schaltfläche Herunterladen im Bereich Connector ist im Screenshot bewusst ausgegraut: Sie ermöglicht nur das erneute Herunterladen eines bereits hochgeladenen Zertifikats — ein erstmaliger Herunterladen ist auf diesem Weg nicht möglich. Das Zertifikat muss daher zunächst einmalig am Hauptcontroller hochgeladen werden, bevor es über diese Schaltfläche wieder abrufbar ist.Das aktuell gültige Serverzertifikat für den einmaligen Upload steht hier zum Herunterladen bereit:
⬇ Serverzertifikat herunterladen
Sobald die Zugangsdaten gespeichert sind, zeigt die Seite Connector die aktive Verbindung zum MQTT-Broker: Client ID, Host und ein grünes Häkchen neben Verbunden. Dies kann nach dem Speichern bis zu ca. 1 Minute dauern, bis es angezeigt wird.
P1 Ultra für MQTT konfigurieren
Zusätzlich zum Hauptcontroller muss auch jeder einzelne P1 Ultra über seine eigene Weboberfläche für MQTT eingerichtet werden. Dazu im Menü den Tab Services öffnen (Punkt 1 im Bild).
Im Bereich MQTT (Punkt 2 im Bild) dieselben Zugangsdaten wie am Hauptcontroller eingeben:
-
MQTT-Broker-Adresse —
mqtt.reduxi.energy - Benutzername & Passwort — die von Reduxi für diese EEG bereitgestellten Zugangsdaten
-
TLS verwenden & Server prüfen — beide auf
Jasetzen (Punkt 3 im Bild) - Serverzertifikat CA (PEM-Format) — das Serverzertifikat installieren (hochladen)
Es handelt sich um dasselbe Serverzertifikat wie am Hauptcontroller — bei Bedarf hier erneut herunterladen:
⬇ Serverzertifikat herunterladen
Anschließend die Unit ID des P1 Ultra im Tab System notieren (Punkt 1 im Bild) — sie wird im nächsten Schritt beim Hinzufügen des Geräts am Hauptcontroller benötigt.
Anschließend:
- Über das Speichern-Symbol (Punkt 2 im Bild) die Konfiguration speichern
- Über das Neustart-Symbol (Punkt 3 im Bild) das Gerät neu starten
Nach dem Neustart kann die Verbindung im Tab Services überprüft werden. Ist die MQTT-Verbindung aktiv, zeigt der Bereich MQTT ein grünes Aktiv-Badge — es werden dann fortlaufend Daten an den MQTT-Server gesendet. Auch hier kann es nach dem Neustart bis zu ca. 1 Minute dauern, bis dies angezeigt wird:
Teilnehmer im Hauptcontroller zuordnen
Abschließend muss jeder P1 Ultra als Gerät am Hauptcontroller hinzugefügt werden. Dazu im linken Menü Gerät hinzufügen auswählen (Punkt 1 im Bild).
Im Schritt Grundeinstellungen Folgendes eingeben:
-
Gerätetyp —
Energiezähler(Punkt 2 im Bild) -
Typ —
P1 WiFi / Ultra(Punkt 3 im Bild) - Name — eine Bezeichnung für den Zähler/Teilnehmer (z. B. Einheitennummer oder Teilnehmername) (Punkt 4 im Bild)
Danach mit Weiter zum zweiten Schritt weiter:
-
Verbindung —
MQTTauswählen (Punkt 1 im Bild) - Unit ID — die zuvor am P1 Ultra notierte Unit ID eingeben (Punkt 2 im Bild)
-
Geräte-ID & Modbus-Unit-ID — beim Standardwert
1belassen (Punkt 3 im Bild)
Mit Fertig abschließen (Punkt 4 im Bild) — der Teilnehmer ist nun im Hauptcontroller angelegt und zugeordnet.
Echtzeitsteuerung & Prioritäten
Im Hauptcontroller unter Strategie → Energiemanager → den Tab Enthaltene Geräte aufrufen, um festzulegen, welche Geräte gemessen und welche aktiv gesteuert werden.
- Alle reinen Zähler/Messgeräte (z. B. der P1 Ultra eines Verbrauchers) müssen unter Messgeräte und Strategien aufgeführt sein (Punkt 1 im Bild).
- Alle Geräte, die aktiv gesteuert werden sollen (z. B. Wechselrichter, Wallbox, Heizstab), müssen unter Geregelte Geräte und Strategien aufgeführt sein (Punkt 2 im Bild).
- Die Zuordnung erfolgt per Drag & Drop aus der linken Liste
Geräte und Strategienin die gewünschte Spalte. - Änderungen müssen stets über Speichern gespeichert werden (Punkt 3 im Bild).
Zusätzlich werden im Tab Optimierungsmodi (Punkt 1 im Bild, innerhalb der jeweiligen Strategie) das Export-/Import-Limit und die Regelstrategie festgelegt:
- Exportlimit & Importlimit — maximale Einspeise- bzw. Bezugsleistung der Anlage, in kW (Punkte 2 & 4 im Bild).
-
Ziel — das Regelziel, bei EEGs in der Regel
Eigenverbrauch(Punkt 3 im Bild): Der Stromverbrauch aller Teilnehmer wird gemeinsam durch die Erzeugungsanlage(n) gedeckt. - Auch hier: Eingaben über Speichern bestätigen (Punkt 5 im Bild).
Funktionstest und Inbetriebnahme
Der Funktionstest für die EEG besteht im Wesentlichen aus einer Plausibilitätsprüfung der zuvor konfigurierten Werte:
- Alle P1-Ultra-Geräte zeigen unter
Serviceseine aktive MQTT-Verbindung (Aktiv), und am Hauptcontroller ist die Verbindung unterConnectoralsVerbundenmarkiert (siehe Punkt 6.2/6.3). - Erscheint
Aktivbzw.Verbundennicht, MQTT-Zugangsdaten, TLS-Einstellungen und Serverzertifikat sowohl am P1 Ultra als auch am Hauptcontroller erneut prüfen — und sicherstellen, dass die Konfiguration jeweils über Speichern bestätigt wurde. - Jeder Teilnehmer ist korrekt als Messgerät oder als geregeltes Gerät zugeordnet (siehe oben).
- Export-/Import-Limit und Regelziel (
Eigenverbrauch) entsprechen den realen Gegebenheiten der Anlage. - Die eingehenden Messwerte der Teilnehmer wirken plausibel — keine offensichtlich fehlerhaften oder fehlenden Werte.
Sobald alle Punkte erfüllt sind, ist die EEG eingerichtet und betriebsbereit.
7 Einrichtung der GEA (P1-Ultra-Anbindung lokal über Wi‑Fi/RTU)
Architektur
Bei einer gemeinschaftlichen Erzeugungsanlage (GEA) befinden sich alle Zählpunkte meist am selben Standort bzw. im selben Gebäude. Auch hier ist jeder Zählpunkt mit einem P1 Ultra ausgestattet, die Geräte kommunizieren jedoch lokal und direkt mit dem Reduxi Controller — ohne den bei einer EEG genutzten Umweg über MQTT und die Cloud. Für die lokale Anbindung stehen zwei Verbindungsarten zur Verfügung: Wi‑Fi oder eine kabelgebundene RTU-Verbindung (Modbus RTU / RS485).
Voraussetzungen
- Der Reduxi Controller ist bereits installiert und vor Ort in Betrieb (siehe Punkt 2)
- P1-Ultra-Geräte sind bereits an den jeweiligen Smart Metern angeschlossen (siehe Punkt 3)
- Für Wi‑Fi: ein gemeinsames lokales Wi‑Fi-Netzwerk für Controller und alle P1-Ultra-Geräte
- Für RTU: die RS485-Verkabelung zwischen den P1-Ultra-Geräten und dem Controller ist vorhanden oder geplant
Verbindungsart wählen: Wi‑Fi oder RTU
P1 Ultra lokal anschließen
Für die Wi‑Fi-Verbindung wird die IP-Adresse des jeweiligen P1 Ultra benötigt (Punkt 1 im Bild). Sie ist direkt am Gerät im Tab System zu finden:
Diese IP-Adresse wird anschließend beim Hinzufügen des Geräts am Controller unter Verbindung: TCP/IP eingegeben (siehe Punkt 7.4).
Nach der RS485-Verkabelung (siehe Punkt 1) wird RTU direkt am P1 Ultra aktiviert: den Bereich Modbus im Tab Services öffnen.
-
Aktivieren — auf
Jasetzen (Punkt 1 im Bild) -
Modbus-Registerstruktur — auf
Reduxisetzen (Punkt 2 im Bild) - Der Status oben rechts wechselt auf
Aktiv(Punkt 3 im Bild) -
Geräteadresse — hier die Unit ID des P1 Ultra eingeben (z. B.
1) (Punkt 4 im Bild); sie wird später beim Hinzufügen des Geräts am Controller benötigt
Geräteadresse am P1 Ultra hinterlegte Unit ID muss mit der am Controller eingegebenen Modbus-Unit-ID übereinstimmen (siehe Punkt 7.4) — auf beiden Seiten muss dieselbe Unit ID verwendet werden. Baudrate, Datenbits, Stoppbits und Parität können bei den Standardwerten belassen werden.Zählpunkte im Controller zuordnen
Jeder Zählpunkt wird im Reduxi Controller über Gerät hinzufügen im linken Menü angelegt (Punkt 1 im Bild).
Im Schritt Grundeinstellungen Folgendes angeben:
-
Gerätetyp —
Energiezähler(Punkt 2 im Bild) -
Typ —
P1 WiFi / Ultra(Punkt 3 im Bild) - Name — eine Bezeichnung für den Zählpunkt (z. B. Einheitennummer oder Teilnehmername) (Punkt 4 im Bild)
Danach mit Weiter zum zweiten Schritt weiter — dort je nach gewählter Verbindungsart TCP/IP (Wi‑Fi) oder RTU einstellen:
-
Verbindung —
TCP/IPauswählen (Punkt 1 im Bild) -
IP — die am P1 Ultra notierte IP-Adresse eingeben (optional automatisch suchen über
IP suchen) (Punkt 2 im Bild) -
Port — Standardwert
502, kann mitPort testengeprüft werden (Punkt 3 im Bild) -
Modbus-Unit-ID — Standardwert
1(Punkt 4 im Bild)
-
Verbindung —
Lokaler serieller Portauswählen (Punkt 1 im Bild) -
Port — den verwendeten RS-485-Port auswählen (z. B.
RS-485-Port 1) (Punkt 2 im Bild) -
Modbus-Unit-ID — muss mit der am P1 Ultra unter
Services → Modbushinterlegten Unit ID übereinstimmen (siehe Punkt 7.3) (Punkt 3 im Bild)
Mit Fertig abschließen — der Zählpunkt ist nun im Controller angelegt.
Echtzeitsteuerung & Prioritäten
Im Reduxi Controller unter Strategie → Energiemanager → den Tab Enthaltene Geräte aufrufen, um festzulegen, welche Zählpunkte gemessen und welche Geräte aktiv gesteuert werden.
- Alle reinen Zählpunkte (z. B. der P1 Ultra einer Einheit ohne eigene Erzeugung) müssen unter Messgeräte und Strategien aufgeführt sein (Punkt 1 im Bild).
- Alle Geräte, die aktiv gesteuert werden sollen (z. B. Wechselrichter, Wallbox, Heizstab), müssen unter Geregelte Geräte und Strategien aufgeführt sein (Punkt 2 im Bild).
- Die Zuordnung erfolgt per Drag & Drop aus der linken Liste
Geräte und Strategienin die gewünschte Spalte. - Änderungen müssen stets über Speichern gespeichert werden (Punkt 3 im Bild).
Zusätzlich werden im Tab Optimierungsmodi (Punkt 1 im Bild) das Export-/Import-Limit der GEA und die Regelstrategie festgelegt:
- Exportlimit & Importlimit — maximale Einspeise- bzw. Bezugsleistung der Anlage, in kW (Punkte 2 & 4 im Bild).
-
Ziel — das Regelziel, bei GEAs in der Regel
Eigenverbrauch(Punkt 3 im Bild): Der Stromverbrauch aller Teilnehmer wird gemeinsam durch die Erzeugungsanlage(n) gedeckt. - Auch hier: Eingaben über Speichern bestätigen (Punkt 5 im Bild).
Funktionstest und Inbetriebnahme
Abschließend werden die zuvor konfigurierten Werte auf Plausibilität geprüft: korrekte Zuordnung der Zählpunkte zu Messgeräten oder geregelten Geräten sowie ein plausibles Export-/Import-Limit und Regelziel für die Anlage. Da die P1-Ultra-Geräte einer GEA lokal (Wi‑Fi/RTU) direkt mit dem Controller kommunizieren, steht zusätzlich ein direkter Kommunikationstest je Zählpunkt zur Verfügung.
Am angelegten Gerät die Verbindung über die Schaltfläche Kommunikation testen (neben Speichern) testen (Punkt 1 im Bild):
- Eine erfolgreiche Rückmeldung (
Erfolgreiches Auslesen vom Gerät) zeigt die soeben ausgelesenen Werte (u. a. Wirkleistung, Zählerstand, Zählermodell) — dies bestätigt die korrekte Kommunikation für den jeweiligen Zählpunkt. - Erscheint keine Rückmeldung oder tritt ein Fehler auf, IP-Adresse/Port bzw. Verkabelung sowie die Modbus Unit ID erneut prüfen.
Sobald alle Zählpunkte erfolgreich getestet wurden und die Werte plausibel sind, ist die GEA eingerichtet und betriebsbereit.
✓ Zusammenfassung
Gemeinsame Grundlage (Punkte 1–5): Elektroarbeiten durch einen konzessionierten Elektriker, ein P1 Ultra pro Zählpunkt mit abgesicherter Stromversorgung sowie der passende App-/Cloud-Zugang für Teilnehmer bzw. Aggregator.
EEG (Punkt 6): Die P1-Ultra-Geräte kommunizieren über MQTT durch die Reduxi Cloud mit dem Hauptcontroller. Zugangsdaten und das Serverzertifikat sind am Controller und an jedem P1 hinterlegt, und jeder Zählpunkt wird über seine Unit ID zugeordnet.
GEA (Punkt 7): Die P1-Ultra-Geräte kommunizieren lokal und direkt mit dem Controller — empfohlen über RTU (Modbus RTU/RS485), alternativ über Wi‑Fi. Die Zuordnung erfolgt über IP-Adresse oder Modbus Unit ID.
Beide Wege gemeinsam: Die Strategie im Energy Manager einrichten (Messgeräte/geregelte Geräte, Export-/Import-Limit, Regelziel), abschließend Verbindung und Messwerte auf Plausibilität prüfen. Sobald alle Verbindungen aktiv und die Werte plausibel sind, ist die Anlage betriebsbereit.
→ Häufige Probleme
| Problem | Lösung |
|---|---|
| MQTT-Verbindung zeigt nicht Verbunden (Hauptcontroller) bzw. Aktiv (P1 Ultra) | Zugangsdaten (Host, Benutzername, Passwort) erneut prüfen, sicherstellen, dass SSL verwenden & Serverzertifikat prüfen / TLS verwenden & Server prüfen beide auf Ja stehen, und dass das Serverzertifikat sowohl am Hauptcontroller als auch am P1 Ultra hochgeladen wurde. Bestätigen, dass die Konfiguration an jedem Gerät gespeichert wurde – der Status kann bis zu einer Minute brauchen, um angezeigt zu werden (siehe Einrichtung der EEG). |
| Serverzertifikat lässt sich nicht über die Connector-Seite herunterladen | Die Schaltfläche Herunterladen im Bereich Connector lädt nur ein bereits einmal hochgeladenes Zertifikat erneut herunter – für den erstmaligen Herunterladen kann sie nicht verwendet werden. Das aktuelle Serverzertifikat über den Herunterladen-Link in diesem Artikel beziehen und zunächst manuell hochladen – sowohl am Hauptcontroller als auch an jedem P1 Ultra. |
| Kommunikation testen an einem GEA-Zählpunkt schlägt fehl (Wi‑Fi oder RTU) | Bei Wi‑Fi die IP-Adresse des P1 Ultra erneut prüfen (oder IP suchen verwenden) sowie den Port (Standard 502). Bei RTU die RS485-Verkabelung sowie prüfen, ob die am Controller eingegebene Modbus-Unit-ID mit der am P1 Ultra unter Services → Modbus hinterlegten übereinstimmt. Sicherstellen, dass das Gerät im selben Netzwerk (Wi‑Fi) bzw. Bus (RTU) wie der Controller erreichbar ist (siehe Einrichtung der GEA). |
| Ein Teilnehmer oder Zählpunkt fehlt in den Summen oder wird nicht gesteuert | Prüfen, ob er korrekt unter Messgeräte bzw. Geregelte Geräte in Strategie → Energiemanager → Enthaltene Geräte aufgeführt ist und die Zuordnung mit Speichern bestätigt wurde. |
| Export-/Import-Limit oder Regelziel entspricht nicht der Anlage | Die Werte unter Strategie → Energiemanager → Optimierungsmodi erneut prüfen – Exportlimit, Importlimit und Ziel (in der Regel Eigenverbrauch) – und bestätigen, dass sie gespeichert wurden. |
| P1 Ultra liest den Zähler nicht aus, oder der Zähler wirkt inkompatibel | Prüfen, ob der P1 Ultra über eine eigene, dedizierte Stromversorgung verfügt (AC-Netzteil, RS485 oder USB‑C – er bezieht keinen Strom aus dem Zähler selbst), und ob die Verbindungsart (P1-Schnittstelle vs. Infrarot) zum Zählermodell passt. Siehe Kompatible Zähler & Smart Meter, falls der Zähler selbst möglicherweise noch nicht unterstützt wird. |